einem Wohnprojekt

Originalbild von Tobias Langhammer auf https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Domusitalica.svg

„Als ein Wohnprojekt verstehen sich Wohngemeinschaften, die ein oder mehrere Häuser, oder allgemeiner Behausungen, gemeinsam entwickeln, bewohnen und verwalten.“

Meine Motivation

Ich bin schon seit einigen Jahren daran interessiert, in ein bestehendes Wohnprojekt einzusteigen, doch leider sind die Wartelisten in der Regel sehr lang, oder die Projekte für mich unattraktiv.

Aktuell beteilige ich mich zum wiederholten Male an der Gründung eines Wohnprojektes … ihr wollt euch anschließen, dann meldet Euch bitte via Impressum / Kontakt.

Wenn auf absehbare Zeit kein Projekt zustande kommen wird, in das ich mich aus Überzeugung dauerhaft und verbindlich einbringen möchte, will ich selbst initiativ werden … also meldet euch gerne via Impressum / Kontakt bei mir, wenn ihr denkt, dass ich zu euch passen würde.

Ich möchte meine und die Überlegungen meiner Mitstreiter hier sammeln und diskutieren.

Hilfreiche Informationen

Als „Aufreißer“ zum Thema Wohnen kann man den Film „Häuser für Menschen“ ansehen, welcher im Müry Salzmann Verlag erschienen ist. In ihm werden vier ganz unterschiedliche architektonische Herangehensweisen Wohnraum zu schaffen beleuchtet – unter Anderen, nicht weniger interessanten Projekten, die Sargfabrik –> Prädikat sehenswert! Für einen gemeinsamen „Kino“-Abend könnte ich die DVD herbei schaffen … Beamer und Leinwand sollten jedoch da sein 😉

Häuser für Menschen werben als Unterstützer der Idee Menschen ein.

Als „Urahnin“ und echtes Leuchtturmprojekt des gemeinsamen Wohnens gilt sicher auch die Sargfarik in Wien. Nach einem informativen Besuch mit Betreuung durch Frau Mag. Beatrix Eichinger im März 2019 wissen meine Partnerin und ich, dass das Projekt immernoch aktuelle Erkenntnisse „abwirft“ und deshalb für uns Vorbildcharakter hat.

Aber, man muss nicht unbedingt so weit reisen, um etwas Hilfreiches zu erfahren, das Haus mit Zukunft mit 35 Wohneinheiten in Burgweinting, gebaut und betrieben durch die NaBau EG kann man sich zum Bespiel nehmen.

… oder die Allmeind ebenfalls in Burgweinting, jedoch mit einem völlig anderen Modell …

Auch in Nürnberg gibt es Wohnprojekte, bei Zweien davon hatte ich Gelegenheit zum Austausch. Die Wahlverwandtschaften Nürnberg eG haben auf ihrer Internetpräsenz sehr umfangreich den Entstehungsprozess dokumentiert. Und das Konzept der Gründung einer WIN GmbH war gleich so erfolgreich, dass binnen kurzer Frist zur Marthastraße noch ein weiterer Standort hinzu kam an dem künftig integrativ und eigenständig gewohnt werden wird.

Einen ganz anderen und für die Gerechtigkeit beim Umgang mit dem Recht auf Wohnen sehr hilfreichen Weg geht das Mietshäuser Syndikat. Es entstand aus der Hausbesetzerszene und hat den Gedanken der Selbstbefähigung von Menschen und der Allmende in die Welt der Immobilien getragen, indem die kapitalistische Gesellschafterform der GmbH benutzt wird, um Grundstücke und Gebäude der Spekulation zu entziehen. Der Film „Das ist unser Haus!“ führt ganz gut in die Thematik ein.

Sehr gut dokumentiert, nicht zuletzt des Buches „Sieben Stock Dorf„, einem unterhaltsam geschriebenen und dennoch vor hilfreichen Informationen fast überquellenden Buch von Barbara Nothegger, welche selbst dort lebt, ist das Wohnprojekt Wien.

Der Praxisleitfaden Gemeinschaftlich Wohnen ist das, was der Titel schon verrät, wissenschaftlich ausgearbeitet und sehr hilfreich 🙂

Grundsätzlich wären das die in einer frühen Phase zu klärenden Aspekte:

Gemeinsame Vision und Ziele entwickeln!

Meine Vision:

Lebe Allzeit Offen Zusammen

Meine persönlichen Ziele:

  • Ich möchte offen, solidarisch, ökologisch, nachhaltig, generationenübergreifend, zukunftsbewusst, sozial, gemeinnützig, multikulturell in einer Hausgemeinschaft leben.
  • Diese soll durch Gastro- und Gewerberäume, öffentliche Einrichtungen, Begegnungsräume und Veranstaltungsorte ins künftige Viertel eingebunden sein.
  • Es muss unbedingt ausreichend Raum für Ruhe und Privatheit geben, damit Gemeinschaftswille überhaupt erst entstehen kann.
  • Zudem will ich erreichen, dass Wohnen in dieser Gemeinschaft langfristig bezahlbar sein wird.
  • Die Bewohner sollen über alle Belange des gemeinsamen Hauses, wie zum Beispiel die Höhe der Miete, selbst bestimmen.
  • Der im Rahmen eines Wohnprojektes entstandene Wohnraum soll auf Dauer der Spekulation entzogen bleiben,weshalb es keine individuellen Eigentumsrechte geben soll.
  • Und ich wünsche mir, dass es gelingen wird, eine Gemeinschaft zu bilden, die auf lange Sicht bestehen bleiben wird.

Stadt oder Land?

Ich bevorzuge definitiv die Stadt und gehe nur auf’s Land, wenn dort ausreichend Infrastruktur vorhanden ist! Insbesondere brauche ich schnelles Internet, sehr guten Öffentlichen Personenverkehr und ich bin nicht gewillt, für Arztbesuche, Einkäufe, oder kulturelle Ereignisse JEDES Mal in die Stadt fahren zu müssen.

Kleckern oder klotzen?

Ich meine, dass ein Wohnprojekt lieber größer, als zu klein sein sollte, weil es dadurch resilienter in allen Aspekten wird. Die finanziellen und die Arbeitsbelastungen für den Einzelnen reduzieren sich. Mit ausgereifter Technik, Techniken und Methoden, kann man große Gruppen unter einen Hut bringen. Es gibt Erkenntnisse, dass eine Gruppengröße von ab 90 Personen erst dauerhaft stabil bestehen kann, wenn sie nach Robin Dunbar die 150 nicht überschreiten wird, weshalb eine Deckelung der KernWohngruppe erforderlich sein wird – temporär aufgenommene Mitbewohner, wie beispielsweise Studenten, Asylanten, oder benachteiligte Mitmenschen ausgenommen. Bei einer Durchmischung aus allen Schichten und entsprechend ausgelobten Wohneinheiten stehen offizielle Fördermittel (z.B. EOF) zur Verfügung. … und im Hinblick auf die Wartelisten der Bestandsprojekte sollte an Bewerbern kein Mangel herrschen – diese Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, dass es aktuelle Projekte gibt –> Öffentlichkeitsarbeit.

Neubau oder Altbau?

Wegen der Weiternutzung der Grauen Energie, welche in Bestandsgebäuden steckt, präferiere ich Altbauten, aber das kommt natürlich auf die jeweilige Situation an und ich bin einem ökologisch sinnvollen und bezahlbaren Neubau auch nicht abgeneigt 😉

In welchem Zeitrahmen kann das Ganze stattfinden?

Die übliche ( Um- ) Bauzeit ist größer 4 Jahre, die meisten Projekte brauchen deutlich länger! –> Ich bin auch auf längere Sicht dabei 🙂

Wer kann welche Ressourcen und Fähigkeiten einbringen?

Klicke auf das Wörtchen ich, wenn Du wissen willst, was mein Betrag sein kann 😉

Einigung auf die Gruppeninterne Kommunikation:

Über kurz oder lang werde ich hier weitere Begrifflichkeiten in einen konkreten Kontext setzen, mit weiteren Informationen versehen und für mich bewerten …

Soziale Durchmischung:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Herkunft
  • Bildung
  • Einkommen
  • Vermögen
  • Beruf
  • Lebensstil
  • Handlungskompetenzen

Wohnungstypen:

  • WG
  • Single
  • Paare
  • Familien
  • Reihen- / Doppel- / Einzel-Häuser
  • Container
  • Hütten
  • Zelte / Jurten

Gemeinschaftsform:

  • Generationenübergreifend
  • Solidarisch
  • Inklusiv
  • Nachhaltig ( zusammen wirtschaftend )

Rechtsform:

  • Genossenschaft
  • Verein
  • GmbH
  • Eigentümergemeinschaft

Unterstützung:

  • Professionelle Prozessbegleitung / -beratung
  • Bauträger ( auch bei Bestandsumbau )
  • Projektentwicklung

Bestandsunternehmungen:

Finanzierung:

  • Mindesteinlagen
  • Variabilität Verhältnis Einlage / Miete
  • Fördermittel einbeziehen ( EOF )
  • Eigenleistungen Bau ( Arbeit nicht Geld )
  • Bindungszahlung im Gruppenentstehungsprozess
  • Arbeitsdienste Gebäudeunterhaltung
  • Mitbewohnerkompetenzen / -fähigkeiten
  • Zeitressourcen Mitbewohner
  • Sozialausgleich
  • Mietzuschüsse

Örtliche Infrastruktur:

  • Öffentlicher Personenverkehr
  • Kultureinrichtungen
  • Einkaufsmöglichkeiten
  • Arztpraxen
  • Netzanbindung Internet
  • Soziale Einrichtungen

Gemeinschaftseinrichtungen:

  • Coworking Space
  • Räume für Soziale Dienste
  • Transition Raum
  • Werkstätten
  • Frei(zeit)flächen
  • Dachgarten
  • Garten
  • Tierhaltung ( keine Haustiere / Pets )
  • Schwimmbad
  • Sauna
  • Gästeappartements
  • Veranstaltungsflächen
  • Gewerbeflächen
  • Kinderbetreuung
  • Pflegedienst
  • Gastronomieflächen
  • Gemeinschaftsküche / -raum
  • Lebensmittelkooperative
  • foodsharing Regal und Kühlschrank
  • Car-Sharing
  • Fahrradparkplätze
  • Fahrradwerkstatt
  • Wasch- und Trockenräume / -flächen
  • Autogarage / -stellplätze
  • Elektromobilität ( Stellplätze mit Ladeeinrichtung )
  • Erneuerbare Energien Geo- / Solarthermie / Photovoltaik / BHK

Schlagwortsammlung:

  • Versicherungen
  • Ver- und Entsorgungssysteme
  • Kreislaufwirtschaft
  • Mobilitätskonzept
  • Barrierefrei
  • Steuerrecht
  • Immobilienrecht
  • Gesellschaftsrecht
  • Immobilienvermittlung ( Makler? )
  • Projektsteuerung
  • Vermessung
  • Baubiologie
  • Bauphysik
  • Architektur
  • Wärmedämmung
  • Baumaterialauswahl ( öko? )
  • Innenraumgestaltung
  • Kostenplanung
  • Ausschreibung
  • Vergabe
  • Baubetreuung
  • Verbindung zur örtlichen Bauaufsicht
  • Landschafts- und Freiraumplanung
  • Technische Gebäudeausrüstung
  • Statik
  • Brandschutz
  • Unfallschutz
  • Mieteinnahmen
  • Attraktoren für Außenverbindung

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